Kreuzfahrt Blaue Reise Kanarische Inseln

Kreuzfahrt Blaue Reise Kanarische Inseln

09/01/2021 12 Von Udo

Nachdem wir Ende September für vier Tage auf der Mein Schiff 1 die Kreuzfahrt Blau Reise Ostsee gemacht hatten, wollten wir im Spätherbst noch einmal etwas Sonne tanken. Daher haben wir die Kreuzfahrt Blaue Reise „Griechische Inseln und Meer“ ab 14.11 mit der Mein Schiff 6 gebucht. Gut eine Woche vor der Abreise verhängte Griechenland einen Lockdown und wir erhielten die vierte Absage einer Kreuzfahrt in diesem Jahr. Wir haben nicht lange überlegt und auf die Blaue Reise Kanarische Inseln vom 13.11. bis 20.11.2020 mit der Mein Schiff 2 umgebucht. Hauptsache Mein Schiff – Hauptsache etwas Sonne und Wärme.

Der Routenverlauf unserer Kreuzfahrt: Blaue Reise – Kanarische Inseln

⚓ 13.11.2020: Anreise nach Gran Canaria
⚓ 14.11.2020: Seetag
⚓ 15.11.2020: Fuerteventura
⚓ 16.11.2020: Seetag
⚓ 17.11.2020: Teneriffa
⚓ 18.11.2020: La Palma
⚓ 19.11.2020: Seetag
⚓ 20.11.2020: Rückreise von Gran Canaria

Anreise nach Gran Canaria

Obligatorischer COVID-19 Test vor Reisebeginn

Vor der Kreuzfahrt war ein COVID-19 Test Pflicht. Der Abstrich durfte bei der Einreise in Spanien nicht älter als 72 Stunden sein. Gleichzeitig muss der Test aber ausgewertet und rechtzeitig vor der Abreise an TUI Cruises übermittelt werden. Es gab daher nur einen einzigen Nachmittag, an dem wir den Test durchführen lassen konnten. Dafür mussten wir rund 100 km bis zur nächsten Helios Klinik nach Wiesbaden fahren. Mit Anmeldung und Papierkram hat der gesamte Test rund 45 Minuten gedauert. Zusätzlich benötigt man für die Einreise in Spanien auch noch einen QR-Code, den man nach Ausfüllen eines Online-Gesundheitsfragebogen, erhält. Ganz schön viel Vorbereitung für die Kreuzfahrt. Aber es sind eben besondere Zeiten. Wir nehmen das gerne in Kauf, um an Bord gehen zu können.

13 Stunden bis Gran Canaria

Da wir so kurzfristig umbuchen mussten, konnten wir nicht mehr ab Frankfurt fliegen, sondern mussten den Flughafen Düsseldorf wählen. Mit rund 2:15 Stunden Fahrtzeit ist das noch gut machbar. Dumm nur, dass der Flug schon morgens um 7:40 Uhr startet. Das bedeutet für uns 2:30 Uhr Abfahrt von zu Hause nach Düsseldorf. Unabhängig von der Uhrzeit war der Flughafen wie ausgestorben. Hier merkten wir zum ersten Mal auf dieser Reise persönlich, welche Auswirkungen die Corona-Pandemie auf die Reisebranche hat.

Flughafen Düsseldorf Start für unsere Kreuzfahrt Blaue Reise Kanarische Inseln
Flughafen Düsseldorf: wie ausgestorben

Leider gab es auf unserem Flug einen Zwischenstopp in München. Dadurch waren wir dann erst um 16:00 Uhr (15:00 Uhr Ortszeit) am Hafen von Las Palmas.

Kontaktloser Check in

Wie schon bei unserer ersten „Blauen Reise“ im September ab Kiel wurde auch in Las Palmas kontaktlos eingecheckt. Noch im Bus wurde kontrolliert, ob jeder Gast seinen Gesundheitsfragebogen ausgefüllt hatte, der dann am Eingang abgegeben wurde. Anschließend ging es zu einem der Check in Schalter. Mitarbeiter von Tui Cruises regelten den Gästestrom. Am Schalter selbst wurde der vorübergehende Schiffspass, den wir zu Hause schon ausgedruckt hatten vorgelegt und kontaktlos ein Foto vom Ausweis gemacht. Dann noch ein Foto für die Bordkarte (dafür durfte man kurz die Maske abnehmen) und schon war der Check in erledigt. Noch kurz durch die Sicherheitskontrolle und endlich konnten wir die Mein Schiff 2 betreten. Nach den ganzen Unwägbarkeiten der letzten Wochen fiel mir ein ganzes „Bergwerk“ vom Herzen, als ich endlich an Bord war . Nun konnte der Urlaub beginnen. Wir machten uns direkt auf den Weg zu unserer Kabine 6111 direkt am Treppenhaus B.

Hygienekonzept an Bord der Mein Schiff 2

Was sofort beim Betreten des Schiffes und speziell bei der ersten Nutzung des Fahrstuhls auffällt: es wird wirklich überall an Bord auf die AHA-Regeln geachtet. Dabei schafft es TUI Cruises die „Einschränkungen“ durchaus humorvoll zu vermitteln. Hier zwei Beispiele dafür.

Hinweise auf die AHA-Regeln auf der Mein Schiff 2: Blaue Reise Kanarische Inseln

An Deck besteht nur Maskenpflicht, wenn man den Mindestabstand nicht einhalten kann. In den Bars und Restaurants besteht Maskenpflicht, solange man nicht an seinem Platz sitzt. Das lässt sich alles problemlos einhalten. Wir empfinden dies nicht als Einschränkung. Die Crew muss ihre Masken leider ununterbrochen tragen. Sie „tragen“ es mit Fassung und wir spüren, dass sich alle freuen, endlich wieder Gäste an Bord zu haben – trotz aller Einschränkungen.

Sicherheitseinweisung in Zeiten von Corona

Nachdem wir kurz die Kabine inspiziert hatten, ging es gleich zur Sicherheitseinweisung. Eine klassische Seenotrettungsübung gibt es zu Corona-Zeiten nicht. Unser Musterstation ist die „Abtanzbar“. Als wir dort ankommen, sind nur weitere 5 Gäste anwesend. Nachdem wir die Bordkarte vorgezeigt haben und somit für die Einweisung registriert waren, ging es auch schon los. Ein Mitglied der Crew erklärte uns 7 Personen die wichtigsten Verhaltensregeln im Notfall und demonstrierte den Gebrauch der Retttungsweste. Das Ganze dauerte keine 10 Minuten. Auf der Kabine läuft im Fernseher zusätzlich der Sicherheitsfilm, den man sich auf jeden Fall anschauen sollte. Kein Vergleich zu den früheren Seenotrettungsübungen, die gerne auch mal 45 Minuten und länger gedauert haben und bei denen man (mit etwas Pech) dicht beisammen stand. Das neue Konzept ist da doch viel entspannter – sicher auch für die Crew. Ich bin sehr gespannt, ob dieses Konzept auch nach der Pandemie beibehalten wird.

Abtanzbar auf der Mein Schiff 2 während der Blaue Reise Kanaren
Abtanzbar auf der Mein Schiff 2

In der Abtanzbar findet auch die für alle Gäste verpflichtende tägliche Temperaturmessung statt. Gäste der (Junior-) Suiten können diese Messung auch in der X-Lounge vornehmen lassen.

Der erste Abend an Bord

Nach dem Auspacken der Koffer freuen wir uns auf den ersten entspannten Abend an Bord. Da wir bereits um 20:00 Uhr auslaufen beschließen wir, ganz gegen unsere Gewohnheit, das Abendessen im Buffet-Restaurant Ankelmannsplatz einzunehmen. Abends steht für uns sonst eigentlich immer ein gemütliches Dinner im Atlantik oder einem anderen Restaurant mit Service am Platz auf dem Programm. Das Auslaufen wollen wir aber auf jeden Fall an Deck erleben, also muss es heute etwas schneller gehen.

Hygienekonzept im Buffet-Restaurant

Schon beim Eintreten ins Restaurant wird auch hier das Hygienekonzept offensichtlich. Jeder Gast muss sich vor dem Betreten eines Restaurants die Hände waschen und desinfizieren. Ein Crew-Mitglied steht am Eingang und überwacht dies.

Hygienekonzept an Bord der Mein Schiff 2 während der Kreuzfahrt Blaue Reise Kanarische Inseln
Eingang zum Buffet-Restaurant „Ankelmannsplatz“

Am Buffet selbst stehen Mitarbeiter, die die Speisen auf die Teller geben. Ich suche mir also nur aus, was ich möchte und bekomme es auf den Teller gelegt. So „wühlt“ nicht jeder in den Speisen herum. Das könnte auch nach Corona gerne so bleiben. 😉

Buffet Restaurant Ankelmannsplatz Mein Schiff 2 Blaue Reise Kanaren
Teil des Buffets auf der Mein Schiff 2

Auch die Getränken aus den Selbstbedienungs-Zapfanlagen werden von Mitarbeitern für die Gäste vorbereitet und ausgegeben. An dem kleinen Stehtisch kannst du sie dann kontaktlos übernehmen.

Getränke-Station bei unserer Kreuzfahrt: Blaue Reise – Kanarische Inseln

Auf den Tischen findet man das Besteck zusammen mit einer Serviette eingeschweißt in einer Papiertüte. Das verursacht natürlich etwas mehr Müll als die schicken Besteckständer, die es sonst gibt, ist dafür aber natürlich deutlich hygienischer. Im übrigen sind ständig Mitarbeiter unterwegs, die nicht nur das benutzte Geschirr abräumen, sondern die Tische auch regelmäßig desinfizieren. Uns hat dieses Konzept völlig überzeugt und unser Abendessen aus dem Wok war auch sehr lecker.

Auslaufen in der Außenalster-Bar

Gut gestärkt für den Abend sind wir anschließend in die Außenalster-Bar, um dort das Auslaufen aus Las Palmas zu erleben. Selbst abends war es Mitte November noch so warm, dass man im Poloshirt an Deck sein konnte. Als sich das Schiff dann langsam von der Kaimauer löst, und die „Große Freiheit“ (die „Auslaufhymne“ der Mein Schiff Flotte) startete musste ich schon ein wenig mit den Tränen kämpfen. In dieser so besonderen Zeit, war es ein ganz besonderer Moment.

Mein Schiff 2 verlässt Las Palmas de Gran Canaria während der Kreuzfahrt Blaue Reise Kanarische Inseln
Mein Schiff 2 startet in Las Palmas zur Kreuzfahrt: Blaue Reise – Kanarische Inseln

Erster Seetag auf der Kreuzfahrt: Blaue Reise Kanarische Inseln

Mein Wecker (!!!) klingelt um 7:45 Uhr. Für einen Moment überlege ich, ob ich meine Massage um 8:20 Uhr sausen lasse, entschließe mich dann aber doch dem inneren Schweinehund den Kampf anzusagen. Freiwillig hatte ich diesen Termin natürlich nicht gewählt. Zu dem späten Zeitpunkt unserer Buchung gab es leider keine anderen Möglichkeiten mehr. So schleppe ich mich nach dem Duschen und dem ersten Kaffee auf dem Balkon also in den Spa-Bereich und fürchte während der Massage gleich wieder einzuschlafen. Das passiert aber nicht und nach 50 Minuten komme ich tiefenentspannt aus der Massagekabine und freue mich jetzt aufs Frühstück. Massagen sind für uns ein fester Bestandteil bei jeder Kreuzfahrt auf der Mein Schiffe Flotte.

Eine unerwartet emotionale Begegnung

Beim Frühstück fallen uns zwei kleine leere Boote auf dem Wasser auf, die wir uns nicht so recht erklären konnten, schließlich sind wir bereits mitten auf dem Atlantik. Am frühen Nachmittag bekommen wir dann die Erklärung, die mich wirklich schockiert hat. Wir befanden uns ca. 46 km südlich von Gran Canaria, mitten auf dem offenen Atlantik, als sich Kapitän Thomas Roth über die Lautsprecheranlage des Schiffes an die Passagiere wandte. Die Brücke hatte ein kleines Boot mit ca. 20 Personen entdeckt und verlangsamte nun die Fahrt, um sich dem Boot vorsichtig zu nähern. Es dauerte nur wenige Minuten, bis die Mein Schiff 2 die „Nussschale“ erreicht hatte und die Maschinen stoppte. Es handelte sich um ein kleines Ruderboot mit Flüchtlingen aus Afrika an Bord. Die Küstenwache wurde schon bei der Sichtung alarmiert und würde unsere Position in ca. 30 Minuten erreichen.

Es war einfach unfassbar zu sehen, wie winzig dieses Boot im Verhältnis zu unserem Luxusliner war. Mir schossen die Tränen in die Augen. Wie groß muss die Verzweiflung von Menschen sein, die sich einem solchen Risiko für Leib und Leben aussetzen? An Bord dieses Bootes waren offensichtlich nur junge Männer, die die Strapazen einer solcher Tortur möglicherweise besser überstehen, als Frauen und Kinder. Trotz allem ist es ein Himmelfahrtskommando, sich mit einem so winzigen und voll besetzten Boot auf den Atlantik zu wagen. Die kürzeste Entfernung von unserer aktuellen Position zum afrikanischen Festland waren immerhin 176 km und wer weiß, wo sie tatsächlich gestartet waren. Ich war fassungslos.

Was ist WIRKLICH wichtig?

Dieses Geschehen hat mich tief bewegt. Die Flüchtlingssituation, insbesondere auf dem Mittelmeer hat mich schon immer entsetzt. Aber die Bilder im Fernsehen sind überhaupt kein Vergleich zum persönlichen erleben einer solchen Situation, die in diesem Falle ja zumindest nicht mit einer Katastrophe auf dem Meer endete. Mir wurde mal wieder deutlich, wie privilegiert wir einerseits sind und wie wenig wir insgesamt dafür tun, die Ursachen für diese Situation abzustellen. Niemand begibt sich ohne Not in solche Gefahren. Ich wurde sehr nachdenklich an diesem sonnigen Nachmittag. Hatte ich mich gestern tatsächlich über 13 Stunden Anreise geärgert???
Mein Gedanken wichen dann schnell einer tiefen Wut, als ich von Mitreisenden Kommentare hörte, die ich hier nicht wiedergeben will. Das war einfach nur widerlich. Ich hätte es nie für möglich gehalten, dass sich solche Menschen an Bord eines Kreuzfahrtschiffes begeben. Schließlich kommt man während einer Kreuzfahrt ja auch immer in Kontakt mit (mehr oder weniger) fremden Menschen und Kulturen. Ich war zutiefst schockiert und frustriert. Bisher hatte ich Kreuzfahrer ausnahmslos für tolerant und weltoffen gehalten. Das war ganz offensichtlich falsch…

Ende gut – alles gut?

Eine knappe halbe Stunde nachdem wir das Flüchtlingsboot erreicht hatten, traf auch das Rettungsboot der Küstenwache ein. Es ging längsseits zu dem kleinen Boot, das inzwischen ca. 100 bis 200 Meter Abstand zur Mein Schiff 2 hatte. Die ca. 20 Männer konnten auf das Schiff der Küstenwache wechseln. Nachdem alle an Bord waren fuhr die Küstenwache zurück Richtung Gran Canaria. Das Flüchtlingsboot wurde sich auf dem Atlantik selbst überlassen. Spätestens jetzt war jedem an Bord klar, was es mit den leeren Booten am Vormittag auf sich hatte. Hoffentlich konnten die Insassen dieser Boote auch gerettet werden. Unser Schiff setzte sich wieder in Bewegung Richtung Fuerteventura. Der Rest des Tages und auch die gesamte weitere Reise wurde von den Eindrücken dieser Stunde geprägt. Ich habe aus Respekt vor den Menschen auf dem Flüchtlingsboot keine Fotos gemacht.

Fuerteventura

Am nächsten Tag erreichen wir in frühmorgens den Hafen von Puerto de Rosario auf Fuerteventura.

Mein Schiff 2 auf dem Atlantik während der Kreuzfahrt Blaue Reise Kanarische Inseln
Die Mein Schiff 2 auf dem Weg nach Fuerteventura

Wir haben im Vorfeld einen Ausflug auf Fuerteventura gebucht, der aber leider nicht stattfinden konnte. Wie perfekt TUI Cruises reagiert hat und warum auch der Landgang auf Fuerteventura etwas ganz besonderes war, dass kannst du in unserem Beitrag hier nachlesen.

Ein besonderes Auslaufen aus Puerto del Rosario

Von Fuerteventura müssen wir uns schon um 19:00 Uhr verabschieden und dieser Abschied wird erneut ein emotionaler Moment auf unserer Kreuzfahrt: Blaue Reise – Kanarische Inseln. Wir sind dieses Mal im Außenbereich der Schaubar auf Deck 5. Hier ist nicht viel los und wir haben einen schönen Blick auf den Hafen und Puerto del Rosario. Kurz bevor es heißt „Leinen los“ kommen einige Einheimische (?) zum Hafen und verabschieden uns mit den Lichtern ihrer Handys. Ich interpretiere das mal so, dass man sich gefreut hat, dass wir als erstes Kreuzfahrtschiff seit März die Insel besucht hatten. Natürlich winke ich mit meinem Handy zurück.

Abschied der Mein Schiff 2 aus Puerto del Rosario während der Kreuzfahrt Blaue Reise Kanarische Inseln
Wir werden in Puerto del Rosario verabschiedet

Nachdem der Lotse das Schiff verlassen hat, fährt das Lotsenboot ununterbrochen hupend an der gesamten Mein Schiff 2 entlang. Offensichtlich sind auch die Lotsen froh, dass sie wieder etwas zu tun haben. Für uns ist es ein emotionaler Abschied von Fuerteventura, den ich sicher nie vergessen werde.

Zweiter Seetag auf der Kreuzfahrt: Blaue Reise Kanarische Inseln

Frühstück im Esszimmer

Heute ist Entspannung pur angesagt. Nach einer weiteren Massage am frühen Morgen geht es heute zum Frühstück ins „Esszimmer“. Hier kostet das Frühstück zwar einen Aufpreis von 6,50 € pro Person, aber die erweiterte Speisen- und Getränkeauswahl, das Ambiente und nicht zuletzt der fantastische Blick auf die Heckwelle sind diesen kleinen Obolus wert. Es gibt für uns u.a. frisch gepressten Orangensaft, Rührei mit Trüffel und Crepes. Dazu noch wunderbare Musik vom Piano, live gespielt.

Mahnende Worte des Kapitäns

Die Idylle wird dann aber erneut durch eine Ansage von „Captain Tom“ unterbrochen. Heute muss er die Passagiere leider ermahnen, die Abstands- und Hygieneregeln genauer zu beachten – eigentlich unglaublich. Alle Gäste an Bord sollten doch wissen, wie zerbrechlich dieser Traum ist, den wir gerade erleben. Nicht nur unser Urlaubsvergnügen, sondern auch viele Existenzen hängen davon ab, dass das Konzept von TUI Cruises funktioniert. Wir haben es gestern auf Fuerteventura doch erlebt. Der Kapitän findet deutliche Worte für die Tatsache, dass es Gäste gibt, die den Mindestabstand nicht einhalten und/oder an Deck keine Masken tragen. Mit dem eindringlichen Ton macht der Kapitän seine Stellung auf dem Schiff sehr deutlich. Ich bin erneut enttäuscht über einen Teil unsere Mitreisenden.

Entspannungsloge

Für den Nachmittag hatten wir uns eine Entspannungsloge gemietet. In diesen abgeschirmten Bereichen kann man für einige Stunden (es gibt verschiedene Angebote) sehr bequem und privat entspannen. Der freie Blick auf das Meer sorgt für zusätzliches Wohlfühlen.

Entspannungsloge Mein Schiff 2 Kreuzfahrt Blaue Reise Kanaren
Entspannungsloge auf der Mein Schiff 2

Abendessen im Atlantik Mediterran

Das Hauptrestaurant mit Service am Platz ist auf den Neubauten der Wohlfühlflotte in das Atlantik Klassik (auf Deck 3) und das Atlantik Mediterran (auf Deck 4) aufgeteilt. Uns gefällt das Ambiente im Klassik etwas besser, weil es hier Tischdecken und eher eine „klassische“ Atmosphäre gibt. Das Mediterran ist etwas moderner und die Speisen sind (wie der Name schon erwarten lässt) mehr von der mediterranen Küche inspiriert. Schön, wenn man die Wahl hat. Heute entscheiden wir uns für das Atlantik Mediterran, weil uns das Menü mehr zusagt.

Eingang zum Atlantik Mediterran auf der Mein Schiff 2

Es gibt in beiden Restaurants jeweils zwei Fünf-Gänge-Menüs, eines davon vegan. Zusätzlich gibt es die „Lieblinge für jeden Tag“, eine gleichbleibende Karte mit den beliebtesten Gerichten der Gäste. Aus diesen drei Menüs kann jeder Gast seine persönliche Auswahl zusammenstellen. Da ist dann wirklich für jeden etwas dabei und die Qualität ist in der Regel ausgezeichnet.

Teneriffa

Nach einem entspannten Frühstück im Atlantik Mediterran haben wir den Vormittag relaxed auf dem Pooldeck verbracht. Für den Mittag ist wieder ein Ausflug eingeplant. Wie wichtig der Tourismus und die Kreuzfahrtschiffe für die Inseln sind, kannst du an der Tatsache ablesen, dass der Loro Parque auf Teneriffa extra für die Gäste der Mein Schiff 2 an diesem Tag öffnete. Man tut wirklich alles, um ein paar zahlende Gäste in den Park zu holen. Wir haben uns für eine kleine Rundtour in den Norden von Teneriffa entschieden, da wir den Loro Parque schon zwei mal besucht hatten. Was wir auf unserem Landausflug erlebt und gesehen haben kannst du hier nachlesen…

Das Auslaufen aus Santa Cruz de Teneriffa

Für das Auslaufen hatten wir uns ein Glas Rose Champagner gegönnt, das wir aber leider im stehen trinken mussten, weil sowohl in der Außenalster- als auch in der Hohe Luft Bar kein Platz zu finden war. Kein Wunder es war ein wirklich lauer Abend. Da zog es natürlich viele Gäste in die beiden beliebten Außenbars. Wir hatten uns ein Plätzchen auf der „Jogging-Brücke“ gesichert, was uns zumindest einen ungehinderten Blick beim Auslaufen ermöglichte.

Auslaufen der Mein Schiff 2 aus Teneriffa während der Kreuzfahrt Blaue Reise Kanarische Inseln
Blaue Reise Kanarische Inseln mit der Mein Schiff 2: Abschied von Teneriffa

Enttäuschung im Surf & Turf

Anschließend begaben wir uns ins Steakhouse „Surf & Turf“ an Bord der Mein Schiff 2, wo wir einen Tisch für das Abendessen reserviert hatten. Das Restaurant auf Deck 5 hat eine überdachte und geschützte Terrasse, so dass wir noch wunderbar im Freien das Abendessen genießen konnten.
Wobei… genießen???

Surf & Turf auf der Mein Schiff 2 während der Kreuzfahrt Blaue Reise Kanarische Inseln
Terrasse des Surf & Turf auf der Mein Schiff 2

Das Ambiente ist eigentlich sehr schön, wenngleich wir uns Tischdecken in einem aufpreispflichtigen Restaurant gewünscht hätten. Das Geschirr und das Besteck kommentierte jede Bewegung mit lautem klappern und scheppern auf den blanken Tischen. Durch den glatten Boden, die Glaswände und die Decke hallt der Schall auch entsprechend stark wider. Das war wirklich nervig.

Leider war auch der Service nicht gut, sondern sehr hektisch, unkoordiniert und wenig inspiriert. Wir bekamen das falsche Mineralwasser serviert und saßen „stundenlang“ vor unseren leeren Tellern – die Freundlichkeit war deutlich spürbar gespielt. Wir essen gerne in Ruhe und gemütlich, aber 2 1/4 Stunden für 4 Gänge sind dann doch etwas lang. Das Essen war gut, aber dafür, dass wir hier ordentlich zuzahlen mussten, auch keine Offenbarung. Immerhin haben wir für das Essen und eine preiswerte Flasche Wein 110,- € bezahlt. Das Preis-/Leistungsverhältnis hat uns im Surf & Turf dieses mal leider nicht überzeugt.

„Last Order“ in der Hohe Luft Bar

Den Abschluss dieser warmen Herbstnacht verbrachten wir dann in einem der sehr gemütlichen Liegemöbel in der Hohe Luft Bar, bis es um 23:00 Uhr leider hieß „last order please“.

Kunst in der Hohe Luft Bar auf der Mein Schiff 2 Blaue Reise Kanarische Inseln
Kunstobjekt in der Hohe Luft Bar auf der Mein Schiff 2

La Palma

Bereits am nächsten Morgen erreichten wir die „Isla Bonita“ (die schöne Insel) La Palma. Aufgrund der Vegetation und der abwechslungsreichen Landschaft gehört La Palma zu unseren Lieblingsinseln der Kanaren.

Sonnenaufgang im Hafen von La Palma Kreuzfahrt Blaue Reise Kanarische Inseln
Sonnenaufgang im Hafen von La Palma

Ein Tag auf La Palma

Auf La Palma hatten wir den Ausflug „Mit dem Geländebus über La Palma“ gebucht. Das klang endlich mal nach ein wenig „Abenteuer“. 😉
Da dies ein ganztägiger Ausflug war, wurden wir schon gleich nach dem Frühstück direkt auf der Pier von unserem Geländebus abgeholt. Wir hatten einen wirklich sehr schönen und abwechslungsreichen Tag auf La Palma. Den vollständigen Beitrag über diesen Ausflug findest du hier…

La Palma und die Mein Schiff 2 während der Kreuzfahrt Blaue Reise Kanarische Inseln
Fotostop während unseres Ausflugs auf La Palma
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Nach einem wunderbaren Tag auf der schönen Insel erreichen wir am späten Nachmittag wieder die Mein Schiff 2 im Hafen von Santa Cruz.

Mein Schiff 2 im Hafen von La Palma während der Kreuzfahrt Blaue Reise Kanarische Inseln
Die Mein Schiff 2 im Hafen von Santa Cruz de La Palma

Vom Winde verweht: Abschied von La Palma

An diesem Abend hatten wir dann tatsächlich auch mal typisches „Kanaren-Wetter“. Es war zwar weiterhin mild, aber der Wind hatte deutlich aufgefrischt. Daher hatten sich viele Gäste zum Auslaufen ins Innere des Schiffes zurückgezogen. Getreu des Mottos „es gibt kein schlechtes Wetter – nur schlechte Kleidung“, haben wir uns ein (einigermaßen geschütztes) Plätzchen in der Außenalster Bar gesucht und das letzte Auslaufen dieser Reise mit einem wunderbaren Blick auf La Palma genossen.

Dritter Seetag unserer Kreuzfahrt: Blaue Reise Kanarische Inseln

Die schönen Ecken der Mein Schiff 2

Leider wird der heutige Tag schon wieder der letzte auf dieser schönen und ungewöhnlichen Reise. Wie schnell doch die Zeit vergeht. Den Vormittag haben wir bei wunderbarem Sonnenschein nochmals genutzt, um einige besonders schöne Ecken der Mein Schiff 2 zu genießen. Da es im Buffetrestaurant Ankelmannsplatz leider keinen „echten“ Latte macchiato gibt, holen wir uns diesen dann gerne nach dem Frühstück an einer Bar auf dem Schiff. Heute haben wir uns den Kaffee an der Tui Bar geholt und sind damit zum Außenbereich der Schaubar gegangen. Ein schöner, ruhiger Bereich auf Deck 5, also „direkt“ am Wasser. Hier haben wir unseren Kaffee in Ruhe in der Sonne genossen.

Auf Deck 5 der Mein Schiff 2 während der Kreuzfahrt Blaue Reise Kanarische Inseln
Außenbereich der Schaubar auf Deck 5 der Mein Schiff 2

Nach dem Kaffee sind wir dann zum Bug des Schiffes, um dort einige Fotos zu machen. Bei regulären Reisen ist dieser Bereich auf der Mein Schiff 1 und 2 der Crew vorbehalten. Wahrscheinlich durch die geringere Besatzung bei den Blauen Reisen ist dieser Bereich aber für die Gäste zugänglich gewesen.

Am Bug der Mein Schiff 2 bei der Kreuzfahrt Blaue Reise Kanaren - Kanarische Inseln
Am Bug der Mein Schiff 2 während der Kreuzfahrt Blaue Reise Kanarische Inseln
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Sushi Workshop an Bord

TUI Cruises läßt sich wirklich eine Menge einfallen, um den Gästen an Bord abwechslungsreiche und interessante Tage zu bieten. So stand der heutige Nachmittag ganz im Zeichen des Fisches. Nach dem Mittagessen im Fischmarkt und einer kleinen Siesta auf der Kabine ging es dann zum Sushi Workshop in die Manufactur auf Deck 5. Für 25,- € pro Person wurden wir hier fachmännisch in die Kunst der Sushi-Herstellung eingeweiht.

Der Sushi-Meister bei der Arbeit während unseres Sushi Workshops

Jeder Teilnehmer bekam die notwendigen Zutaten und Werkzeuge. Nach einer kurzen Einweisung in die Geschichte des Sushis durften wir dann selbst Hand anlegen und California Rolls, Maki und Nigiri herstellen.

Die Zutaten für mein erstes selbst gemachtes Sushi

Unter fachkundiger Anleitung wurden wir Schritt für Schritt durch die Herstellung der drei verschiedenen Spezialitäten geführt. Durch den Profi an der Seite war es gar nicht so schwierig, wie ich es mir zuvor vorgestellt hatte. Wenn man genau gesagt bekommt, wie es zu machen ist (und man sich auch daran hält 😉 ), dann klappt das prima. Nach einer guten halben Stunde hatte ich zwei Sushi-Rollen vor mir, die dann vom Meister mit einem extrem scharfen Messer in gleichmäßige Stücke geschnitten wurden. Und dann kam das beste am Workshop: wir durften unsere Kreationen „vernichten“. Das war super lecker…

Sushi beim Workshop während der Kreuzfahrt Blaue Reise Kanarische Inseln
Mein erstes Sushi kann sich doch sehen lassen…

Auf unserer Kreuzfahrt „Blaue Reise Kiel – Stockholm – Kiel“ im Oktober hatte ich auf der Mein Schiff 1 bereits an einem Gin Workshop teilgenommen und meinen eigenen Gin kreiert. Leider hat er zu Hause nicht lange überlebt. 🙂 Wenn du das nächste mal an Bord bist, dann schau doch mal in die Workshop-Angebote. Die Auswahl ist wirklich vielfältig und du kannst z.B. auch lernen, das leckere Artisan Brot zu backen.

Nach einem Rose Champagner als Aperitif im Außenbereich der Diamant Bar auf Deck 5 gingen wir dann ins Atlantik Klassik zu unserem letzten Abendessen für diese Reise.

Sonnenuntergang auf der Kreuzfahrt Blaue Reise Kanarische Inseln
Fahrt in den Sonnenuntergang

Rückreise und Fazit

Ausschiffung

Die Blaue Reise – Kanarische Inseln endete mit einem an Bord gut organisierten Transfer zum Flughafen. Je nach Abflugzeit werden die Gäste aufgerufen, sich zu den Transferbussen zu begeben. Die Koffer konnte man, wie bei früheren Reisen auch, am Vorabend vor die Kabine stellen. Dann werden sie von der Crew nachts vom Schiff gebracht und du kannst am Tag der Abreise das Schiff entspannt nur mit dem Handgepäck verlassen. Dein Koffer wartet dann im Kreuzfahrt-Terminal auf dich. Bis spätestens 12:30 Uhr müssen alle Gäste das Schiff bei dieser Reise verlassen haben, auch wenn sie einen späteren Rückflug haben. Sie haben dann die Möglichkeit noch einen Ausflug zu buchen, der dann am Flughafen endet. Die Blaue Reise Kanarische Inseln endet so zeitig, weil das Schiff anschließend vor Ankunft der neuen Gäste komplett desinfiziert wird.

Warten auf den Check in am Flughafen

Am Flughafen von Las Palmas werden aktuell natürlich nur wenige Maschinen abgefertigt. Daher haben wir uns schon etwas gewundert, dass für den Check in der Mein Schiff Gäste lediglich drei Schalter geöffnet waren. Entsprechend lang war die Schlange der wartenden Passagiere. Wir brauchen 1:45 Stunden, bis wir endlich am Schalter ankommen. Dabei hatten wir noch Glück, eine halbe Stunde nach unserer Ankunft am Flughafen wurde die Schlange noch länger. Insgesamt war das alles ziemlich chaotisch. Dadurch, dass die Flugzeuge mit relativ kurzen Abständen starteten, waren Gäste für mehrere Flüge gleichzeitig am Terminal. Jeder Schalter fertigte aber jeden Flug ab. Das führte dazu, dass Mitarbeiter des Flughafens durch die Reihen gingen, um nach Gästen für bald startende Flüge zu fragen. Sie konnten die Schlange verlassen und an einem separaten Schalter einchecken. Das hätte sicher besser organisiert sein können. Durch die lange Warterei und das verlassen der Reihen war auch der Mindestabstand nicht immer einzuhalten.

Zurück im kalten Deutschland

Auch auf dem Rückflug durften wir wieder den Zwischenstopp in München „genießen“. Trotz allem empfanden wir den Rückflug angenehmer als den Hinflug. Wir hatten uns in der letzten Woche sicher auch ein wenig an das stundenlange tragen der Masken gewöhnt, weshalb uns das auf dem Flug wenig störte. Viel unangenehmer war ein Umstand, der gar nichts mit Covid-19 zu tun hatte. Wir waren in Las Palmas bei strahlendem Sonnenschein und 24 Grad abgeflogen und in Düsseldorf bei kalten 0 Grad angekommen. Brrr….

Fazit für die Blaue Reise Kanarische Inseln

Es war unsere zweite Blaue Reise. Daher wußten wir, was uns an Bord erwarten würde. Auch die eingeschränkten Möglichkeiten für die Landausflüge waren uns vorher bekannt. Womit wir nicht rechnen konnten, waren die vielen bewegenden Momente während dieser Tour. Was wir in dieser Woche erlebt haben, werde ich sicher nie vergessen. Diese Reise hat mir zu vielen Themen eine zusätzliche oder tiefere Sichtweise eröffnet. Daher bin ich für diese Kreuzfahrt in besonderem Maße dankbar. Ich hoffe, dass wir die Pandemie bald hinter uns lassen können und wieder befreit unsere wunderbare Welt uneingeschränkt entdecken können. Es lohnt sich so sehr!

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